Evangelische Kirchengemeinde Rönsahl

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Orgelrestaurierung 2012


Rönsahl.„ Wenn Engel reisen, lacht der Himmel..“, so sagt man. Das mit den „Engeln“ passte zwar nur sehr bedingt, als am Samstagmorgen vergangener Woche ein mit rund fünfzig froh gestimmten reiselustigen Menschen aus Rönsahl und Umgebung nahezu bis auf den letzten Platz besetzter Reisebus vom Marktplatz aus in Richtung Eifel startete. Das mit dem „lachenden Himmel“ indes schon eher, denn immerhin blieb der zuvor angekündigte Regen zumindest während des offiziellen Programms weitestgehend aus, so dass das mit der guten Laune der Reisenden schon seine Berechtigung hatte.
Dies umso mehr, als an diesem Tage der von der evangelischen Kirchengemeinde geplante Besuch aus Rönsahl in der Werkstatt der Orgelbaufirma Hubert Fasen im Eifeldorf Oberbettingen angesagt war. Unter Reiseleitung von Pfarrer Martin Ahlhaus und Organist Holger Scheel wollten knapp fünfzig Interessierte die nicht alltägliche Gelegenheit nutzen,  sich an Ort und Stelle über den Stand der Restaurierungs-
arbeiten an „ihrer“ Orgel informieren zu lassen und dabei ganz nebenbei auch ein wenig über das nicht alltägliche Handwerk des Orgelbauers in Erfahrung bringen. Beides sollte dann auch gelingen.
Doch bevor man kurz vor Mittag das Hauptziel der Fahrt, nämlich die Orgelbauwerkstatt in Oberbettingen, erreichte, stand ein kurzer Abstecher in das an der Fahrtroute liegende kleine Dorf Niederehe mit seiner Jahrhunderte alten Klosterkirche an. Dort erfuhren die Gäste viel Wissenswertes über das ehemalige Kloster, seine Kirche und vor allem die aus dem Jahre 1715 stammende Orgel, die kürzlich ebenfalls von der gleichen Firma restauriert worden war.
Auf diese Weise„fachlich“ ein wenig eingestimmt, waren die Gemeindeglieder aus Rönsahl beim Eintreffen in der Orgelbauwerkstatt natürlich gespannt darauf, wie weit die Restaurierungsarbeiten an ihrer eigenen Orgel inzwischen gediehen sind. Wie mehrfach berichtet, war das wertvolle historische Instrument zu diesem Zweck im November vorigen Jahres ausgebaut und –in seine Einzelteile zerlegt – zur sorgsam vorbereiteten „Reha für die Queen“ in die Fachwerkstatt der Orgelbaufirma Fasen in Oberbettingen/ Eifel transportiert worden.
Ziel dieser unaufschiebbar gewordenen Restaurierung, so führten die beiden versierten Fachkräfte vor Ort in den Räumen der Werkstatt den Gästen aus Rönsahl bei der folgenden Führung durch Arbeitsräume nebst Vorstellung der verschiedenen Arbeitsschritte eingangs nochmals vor Augen, sei die Wiederherstellung des Originalzustandes von 1786. Die Orgel der Servatiuskirche als eines der beiden und neben der nahezu baugleichen „Schwester“ in Eckenhagen einzig noch vorhandenes Instrument  der berühmten Orgelbauerfamilie Gebrüder Kleine gilt als besonderes Kleinod und ist deshalb nicht nur für Historiker von erheblichem Wert.
Bei dem Bemühen darum, den sowohl technischen als auch klanglichen ursprünglichen Zustand der Rönsahler Orgel, die im Laufe der nunmehr rund 225 Jahre ihres „Dienstes“ in der Servatiuskirche verschiedentlich verändert wurde, wiederherzustellen, so erfuhren die Gäste. spielte ein glücklicher Zufall mit. So sind die Orgelbauer dankbar dafür, dass sie  auf noch im Original erhaltene Werkstattzeichnungen(Bild) und Baupläne Johann Christian Kleines mit passgenauen Mensuren ( Maßen) aus dem Staatsarchiv in Münster zurück greifen konnten, was den teilweise erforderlichen Nachbau nicht mehr vorhandener oder verschlissener Teile enorm erleichtert, wie es weiter hieß.
Das gelte insbesondere für die immerhin 121 hölzernen Pfeifen und die insgesamt 925 unterschiedlich großen Metallpfeifen aus einer speziellen Zinn- Bleilegierung, die sämtlich überarbeitet und in vielen Fällen entsprechend ersetzt werden müssen. Auch Windladen und Teile der so genannten Keilbälge wie Pfeifenstöcke, Ventile und das gesamte dem Betrachter normalerweise verborgene Innenleben der sechzehn Register umfassenden Barockorgel der Servatiuskirche werden und wurden zum Teil bereits sorgsam auseinander genommen, falls erforderlich überarbeitet,  und danach sorgsam für den ab Anfang kommenden Jahres beginnenden Wiedereinbau eingelagert.  Gern vernahmen die Besucher zudem, dass nach dem derzeitigen Stand mit Einhaltung des vorgesehenen Zeitrahmens gerechnet und die Orgel etwa zu Weihnachten kommenden Jahres wieder in gewohnter Weise zur Freude der Gemeinde und zum Lobe Gottes erklingen kann.

Als zusätzliches „ Schmankerl“ und als krönenden Abschluss des gelungenen Tagesausflugs, gleichzeitig auch als kleines „Dankeschön“ für die bisher erwiesene und weiterhin notwendige
Spendenbereitschaft und das lebhafte Interesse gedacht, das die Freunde der Rönsahler Kirchenorgel der gesamten Aktion entgegen bringen, spendierte die Kirchengemeinde noch einen Besuch im Museumsbergwerk in Bleialf,  bevor man am frühen Abend – bei jetzt einsetzendem strömenden Regen – wohlbehalten wieder in Richtung Heimat fuhr. Cr.-

 
 
 
 
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