Evangelische Kirchengemeinde Rönsahl

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Die Kirchturmuhr

Rönsahl
Schier unverzichtbar, dies zumindest was ihre eigentliche Funktion angeht, scheint sie in unserer schnelllebigen und von mancherlei ganz unterschiedlichen Reizen geradezu überfluteten Zeit nicht mehr zu sein. Und dennoch – wer schon möchte sie wohl missen, die alte Rönsahler Kirchenuhr mit ihren golden Zeigern und Ziffern, die hoch oben am Jahrhunderte alten Turm der Servatiuskirche an der dem Dorf zugewandten Seite aufs geschäftige Treiben auf den Dorfstraßen herabzublicken scheint und wie die Kirche selbst dort längst zu einem unverzichtbaren Wahrzeichen für dörfliche Idylle geworden ist.

Sicher, wer braucht sie schon noch wirklich, unsere alte Kirchenuhr, da heutzutage doch bereits jedes Kind im Besitz einer Armbanduhr ist ? Und auch die ist im Zeichen von Mini- Computern mancher Art längst schon nicht mehr konkurrenzlos, was die jederzeit minutiös genaue Zeitansage betrifft. Da kann die Kirchenuhr kaum mithalten: Hin und wieder geht sie ein wenig vor, zumeist aber  um mehrere Minuten nach, selten einmal ganz genau,  was nicht zuletzt wohl am mittlerweile doch beträchtlichen Alter und der mechanischen Funktionsweise des traditionellen Zeitanzeigers liegen mag. Daran nimmt niemand wirklich Anstoß, gehört doch die Kirchenuhr mitten im Dorf einfach zu den selbstverständlichen und den Bürgern lieb gewordenen Dingen. Dies wird umso deutlicher, wenn man in Betracht zieht, dass die Kirchenuhr in diesem Jahre 145 Jahre alt geworden ist und im Verlauf mancher Jahrzehnte so manche glückliche, aber auch schicksalhafte Stunde für das Dorf und sein Bewohner „erlebt“ hat. Und wenn die Zeiger der Uhr – was selten genug vorkommt -  tatsächlich einmal stehen bleiben sollten, dann fällt das zumeist sofort auf, und die Küsterin weiß dann, wie man den Schaden schnell beheben kann.

Ein Blick in die Chronik sagt aus, dass die Rönsahler Kirchenuhr im Jahre 1867 von der Firma Eduard Korfhage in Melle – Buer hergestellt und von dem Uhrmacher Franz Heuser aus Wuppertal- Elberfeld montiert wurde. Sie kostete damals 250 „Thaler“, die durch Sammlungen innerhalb der Gemeinde aufgebracht wurden. Es handelt sich dabei um eine so genannte mechanische Pendeluhr, deren Antrieb damals wie heute durch hoch oben in der Turmspitze hängende und an Seilen befestigte schwere Gewichte erfolgt. Dabei spricht man von einer „24- Stunden- Uhr“. Früher hatte der Küster jeden Mittag  nach dem Läuten die Aufgabe, diese Gewichte wieder hoch- und damit die Uhr aufzuziehen. Diese mühevolle Arbeit erübrigte sich erst in späteren Jahren und wird seitdem durch einen elektrischen Gewichtsaufzug zum Antrieb der Kirchturmuhr erheblich erleichtert.

Noch wesentlich älter als die Kirchturmuhr ist allerdings die Uhrglocke, die hoch oben im Kirchturm hängt. Diese Glocke ist die älteste der insgesamt vier Glocken in der Servatiuskirche. Sie stammt ursprünglich aus Essen- Rellinghausen. Die Inschrift der Glocke ist noch nicht eindeutig entziffert. Es geht jedoch aus dieser Inschrift hervor, dass sie im Jahre 1577 gegossen wurde. Sie befand sich danach insgesamt 300 Jahre lang in der Kapelle von Kempershöh. Als diese Kapelle wegen Baufälligkeit abgebrochen wurde, wurde die Glocke im Jahre 1879 von der Gemeinde in Rönsahl käuflich erworben und verkündet seitdem in altgewohnter Weise, was die Stunde geschlagen hat..... Cr.-


 
 
 
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